Garten- & Ökologiegruppe

NEUES AUS DEM BLOG DES GARTENS

Hintergrund

Zeitgleich zu der Gründung des Kultur und

Bildungszentrums, (KuBiZ) in Berlin Weißensee Juni 2009 entsteht auf dem  dazugehörigen Außengelände ein offenes nachbarschaftliches Gartenprojekt.

Es hat die Zielsetzung, die verfügbare ca. 6000 m2 große Außenfläche des KuBiZ zu einer offen, selbstorganisierten und diversen Plattform für vielerlei Nutzungen durch ProjektteilnehmerInnen, NachbarnInnen, Interessierten und StudentInnen zu entwickeln.

Beschreibung Gartenprojekt
Die offene Konzeption ist für uns ein wichtiger Bestandteil, weil wir denken, dass es in der Stadt kaum frei gestaltbare Räume in der Natur gibt, die den Menschen Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung und für einen intensiveren Kontakt mit der Natur und Umwelt bietet.  Der Selbstorganisationsansatz ist für uns ebenso wichtig, denn um einen Garten mit vielen verschiedenen Menschen selbstverantwortlich zu erhalten braucht es auch die Möglichkeit den Entstehungsprozess und Weiterentwicklung ohne große Barrieren begleiten und mitzugestalten.
Durch die Offenheit und die Selbstorganisation hoffen wir auf eine möglichst  große Vielfalt der Nutzungen, Menschen und der Gartengestaltung. Dies beinhaltet auch eine Bereicherung der Artenvielfalt und gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz/ erhalt gefährdeter heimischer Arten.

Trotz der Offenheit gibt es auch bei uns einige Prinzipien wie die Anwendung des ökologischen Pflanzenbaus, die Vermeidung jeglicher Bebauung und die Schaffung einer möglichst artenreichen Flora und Fauna.

Begleitend zur Umsetzung des Gartenprojekts findet ein Studienprojekt im Rahmen der Studiengänge Gartenbauwissenschaften und Agrarwissenschaften der Landwirtschaftlich Gärtnerischen Fakultät (Humboldt Universität Berlin) statt. Über dieses Projekt wollen die StudentInnen und Projektbeteiligten ihr gärtnerisches Wissen in soziale Projekte einbringen und das Gartenprojekt weiterentwickeln. Hierbei wurden im vergangen Sommer in Kooperation mit der benachbarten Kindertagesstätte wöchentliche Garteneinsätze mit Kindern unternommen um  das Interesse an der Umwelt zu erwecken und erste Ansätze des geplanten Lehrgartens zu verwirklichen.  Für die Umsetzung wurden wir mit Fördermitteln von „Jugend in Aktion“ und einem Wettbewerb der Drogeriekette DM gefördert.

Weitere Projektpartner sind mehrere Auszubildende von Baufachfrau e.V. die eine von Frauen organisierte Selbsthilfe-Holzwerkstatt im KuBiZ betreiben und ausbauen und im Außenbereich unter anderem durch Holzarbeiten mithelfen.

Als eine der ersten Gestaltungmaßnahmen des Gartenprojektes haben wir einen Innenhof auf dem Gelände weiterentwickelt. Dort entstehen Zugänge zum Nachbarschaftscafe, Umsonstladen, Holzwerkstatt und zur Kunstwerkstatt  die  über den Hof verbunden sind/sein werden. In dem Zentrum des Hofes steht ab dem Frühjahr  eine große Runde aus Bänken mit einem großen Freibereich in der Mitte. Dieser Bereich ist so geplant, dass er für möglichst viele verschiedene Nutzung geeignet ist: z.B. werden dort BesucherInnen aus des geplanten Cafés sitzen, Informations- und Kunstausstellungen installiert sein, Theatervorführungen, Musikvorstellungen und Gruppentreffen stattfinden.
Die Bänke wurden in Kooperation mit Baufachfrau e.V. und den Beteiligten der Selbsthilfeholzwerkstatt im KuBiZ, die derzeit Auszubildende bei Baufachfrau e.V. sind, gebaut. In dem Hof wurden zudem in Kooperation mit der Initiative „wikiwoods“ 10 Steinobstbäume gepflanzt, eine Kräuterspirale aus alten Backsteinen und ein mit Gras bewachsenes Sofa gebaut. Die Gestaltungsmaßnahmen im Innenhof werden von der Stiftung Pfefferwerk und der Christian-Martin Stiftung gefördert.

Ziele des Gartenprojektes:
Der ehemalige Schulhof soll als Begegnungsort mit Spielmöglichkeiten, Sitzflächen, Sportgelegenheiten und einem Lehrgarten anreizschaffend gestaltet werden. Dort soll  ein freier Raum für Partizipation und Wissensaustausch entstehen. Um dieses Ziel zu erreichen wollen wir Bildungsmöglichkeiten im Bereich Kultur, Handwerk, Biologie und Gartenbau ermöglichen. Den Wissensaustausch wollen wir mit Orten zum Treffen und Veranstaltungen anregen. Mit der Teilnahme am „Langen Tag der Stadtnatur“ wollen wir BürgerInnen aus ganz Berlin zum Gärtnern und Ernten einladen.
Trotz städtischen Lage wollen wir versuchen einen naturnahen, diversen und artenreichen Bereich zu schaffen und einen Beitrag zu einem grünen Berlin leisten Wir wollen zeigen, dass bestimmte menschliche Flächennutzungen auch umweltverträglich sein können. Ein Beispiel hierfür ist die geplante Streuobstwiese deren Ernte der Nachbarschaft zur Verfügung stehen soll.
Das Gartenprojekt soll einen Gegenpol zur stark regulierten städtischen Umfeld für die Bevölkerung sein. Mit naturnahen Zonen soll die Natur als ein komplexes System verstanden werden und damit behutsamer umgegangen werden. Diese Möglichkeit gibt es leider in vielen angelegten Parks nicht, weil dort feststehende Pflanzkonzepte eine freiere Weiterentwicklung des Naturraumes verhindern.
Mit dem Gartenprojekt als öffentlichen Raum sollen zudem Ansätze für  Grünanlagen entwickelt werden, die mehr Raum für Partizipation ermöglichen. Wir orientieren und hierbei an bereits bestehenden Beispielen in Berlin wie dem Wriezener Freiraum Labor.
Ein  weiteres Ziel des Gartenprojektes ist die Einbeziehung von Kindern, Jugendlichen und Senioren aus der Nachbarschaft mit regelmäßigen Arbeitseinsätzen und Lernangebote.
Zudem sollen in Planungswerkstätten mit der Nachbarschaft zusammen das Außengelände nach der Entsiegelung geplant und gestaltet werden.

Geplante Maßnahmen:
Ein primäres Ziel des Gartenprojektes ist die Freilegung der asphaltieren Flächen auf dem zentral gelegenen Schulhof. Diese Flächen prägen derzeit den Eindruck des Außengeländes und schaffen viele Probleme wie das Entstehen von Glasscherben, das fehlende Versickerungsvermögen bei Niederschlägen und die starke Aufheizung an Sonnentagen.  Zudem sind auch viele der geplanten Nutzungen auf der versiegelten Fläche heute nicht möglich und der Platz wirkt nicht sehr einladend.

Auf dem ehemaligen Schulhof müssten ca. 1000 m²  Asphalt und 400 m² von dem Belag einer ehemaligen Tartan-Rennbahn entfernt werden, ein ca. 70m² großer Teich ausgehoben und Muttererde aufgetragen werden. Auf der entsiegelten Fläche soll anschließend in Selbsthilfe ein Naturlehrgarten mit Streuobstwiese, einem Gartenteich, Ruhezonen und Beeten entstehen. In den Randbereichen planen wir einen Bewuchs mit Wildobst wie Sanddorn, Schlehen, Wildrose und Kornelkirsche welche sich durch ihre Funktion als Vogelschutzhecke und Strukturelement positiv auf das Artenreichtum der Fläche auswirken.
Parallel zu der Entsiegelung streben wir die Installation eines Regenwasserauffangbehälters an, der für die Bewässerung des gesamten Außenbereichs und insbesondere der Gärten für die Nachbarschaft bereit steht. Die Zisterne wird über die großen Dachflächen des Gebäudes gespeist  und als Überlauf soll der Teich angelegt werden. Dieser speichert das anfallende Regenwasser, welches langsam im Boden versickern kann, soll das Artenreichtum des Gartens erhöhen und als Teil des geplanten Lehrgartens genutzt werden. Durch das entstehende Insektenreichtum wird zudem auch das Ökosystem des Geländes positiv beeinflusst, so dass z.B. hohe Befallsraten von „Schadinsekten“ durch mehr „Nützlinge“ wie der Schwebfliege oder Fröschen und Kröten vermieden werden.  Ein weiterer für uns wichtiger Grund für die Anlage des Sees ist auch, dass ursprünglich der Bereich in Weißensee von eiszeitlich entstandenen kleinen Pfuhlen geprägt war und diese durch eine zunehmende Bebauung verschüttet wurden. Z.B. waren auf der benachbarten Fläche, wo heute der Betriebsbahnhof der BVG ist, vor ca. 100 Jahren noch zwei kleinere Gewässer und ein kleines Moorgebiet. Mit der Wiederanlegung eines solchen Pfuhles kann im Rahmen des Lehrgartens auch gut die Geologie der Region vermittelt werden. Der Teich soll den großen offeneren Schulhofbereich von einem dahinter liegenden geschützten schmalen Bereich optisch trennen.  Um eine Überquerung und Beobachtungen zu ermöglichen wollen wir eine Brücke bauen. Diese könnte von der Selbsthilfeholzwerkstatt gebaut werden, wobei hier noch geeignete Maschinen fehlen. Hinter dem Teich könnten nach der Entsiegelung  Beete für die nachbarschaftliche Nutzung angelegt werden. Wir möchten hierzu in Kooperation mit dem im KuBiZ befindlichen Umsonstladen einen Austausch von Pflanzen und Saatgut initiieren um das Sortenreichtum im Nachbarschaftsgarten und anliegenden Kleingartenanlagen zu erhöhen.

Die Streuobstwiese, die als eines der artenreichsten Biotope in Mitteleuropa gilt, ist ein wichtiges Element in der zukünftigen Gestaltung des Gartens. Hier sollen Nachbarn die Möglichkeit haben frisches Obst kostenlos zu beziehen und Patenschaften für Bäume zu übernehmen. Geplant sind hochstämmige traditionelle Sorten die möglichst auch regionalen Bezug haben und einige Nistkästen für Singvögel und Fledermäuse an den Bäumen. Zudem planen wir den Bau eines Insektenhotels welches wir mit den Nistkästen und der Teichbrücke in Selbsthilfe bauen wollen.

Auf dem Gelände sollen später Feste, Theatervorstellungen, Spiele, Treffen der Nachbarschaft, Workshops, gärtnerische Nutzungen, gemeinsame Garteneinsätze  und vieles möglich sein.

Ideen für die Außenfläche sind derzeit

  • Veranstaltungsort für Konzerte, Festival (Vosifa im Sommer 2009), Theater, Tanz, Feste (Hoffest) Märkte (Umsonstmarkt), Gruppentreffen, Workshops, Sportveranstaltungen, Ausstellungen
  • Arbeiten (z.B. Holz oder Metall)
  • Rückzugsraum für Menschen und Gruppen in kleinräumigen Nischen wo Mensch auch ungestört sein kann
  • Biotopfunktion für Vögel, Pflanzen und Tiere durch Streuobstwiese, Wildnisbereich und Teich
  • Selbstversorgung d. Obst und Kräuter und z.T. Gemüse
  • Sozialer Ort, Liegewiese, Treffepunkt zum unterhalten,Spielfeld, Grillen…
  • Abenteuerspielplatz
  • Entdeckungsgarten, Kinderbereich, …
  • Experimentierfeld → Studienprojekt mit Urbanem Gartenbau und Fachhochschule Eberswalde
  • Nachbarschaftscafe – Außenbereich

Aktivitäten die in nächster Zeit passieren könnten wären:

  • Pläne entwerfen
  • Obstbaumpflanzungen,
  • Wege anlegen
  • Abenteuerspielplatz vorbereiten und bauen
  • Teich anlegen
  • Nistkästen bauen
  • Flächenentsiegelung (Förderanträge)
  • Förderanträge für Projekt bei Stiftungen (Liste passender Stiftungen gibt es bereits)
  • Kräuterschnecke anlegen
  • Endeckungspfad anlegen

und bestimmt noch viel mehr…

Bedarf gibt es z.B. an

  • engagierten Menschen die in freier Kooperation im offenen NaturRaum zusammenwirken wollen
  • Sachspenden,Fördermittel und Hilfe bei der Beantragung
  • hilfreiche Hinweise

Kontakt: Garten@KuBiZ-Wallenberg.de

Aktiv gegen Gendreck & globale Agroindustrie

Jan
21
09:30

Tagesseminar

In den vergangenen Jahren hat es eine Vielzahl von Aktionen gegen die Agro-(Gentechnik-)Industrie gegeben. Die Aktionsformen reichten von Feldbefreiungen über Feldbesetzungen bis hin zu Saatgut- oder Anti-Gentechnik-Kampagnen. Wir wollen in diesem Seminar einen kleinen Einblick in die Praxis des Widerstands gegen die globalen Agrar-Multis, ihre Praktiken und ihre Lobby geben, unsere Erfahrungen austauschen und gemeinsam über Perspektiven für den Widerstand nachdenken. Das Seminar richtet sich an AktivistInnen und welche, die es gern werden wollen und wird möglichst partizipativ (einbeziehend) und offen angelegt sein.
Den Auftakt bietet, wie es das Thema nahe legt, der gemeinsame Besuch der bundesweiten Großdemonstration „Wir haben es satt!“. Danach werden wir tiefer in das Thema einsteigen und den Abend schließlich mit einem sehr informativen aber auch unterhaltsamen Multimediavortrag beenden. TeilnehmerInnen können gern auch erst nach der Demonstration hinzukommen. Über Voranmeldungen freuen wir uns.

Tagesprogramm:
9:30 Uhr Schilder malen, Info-Material-Austausch im Offenen Raum (Bastelmaterial ist vorhanden)
10:30 Uhr Abfahrt zur Demonstartion „Wir haben es satt!“ am Hauptbahnhof
15:00 Uhr Gemeinsame Rückfahrt von der Demonstration ins KuBiZ
16:00 Uhr Begrüßung der hinzugekommenen TeilnehmerInnen und Abendprogrammvorstellung (danach Essen // Büchertisch)
17:00 Uhr Kurzfilme: Aktionen und Aktiönchen gegen Agrarmultis und Gentech-Saatgut
17:30 Uhr Input: „Widerständig 2012: Welche Widerstandsperspektiven gegen Gendreck und Agrarmultis bieten sich für 2012?“
18:00 Uhr World-Café (Gesprächsrunden) zu den Themen „Gentechnik-Widerstand“, „Saatgutkampagnen“, „Ernährungssouveränität“
19:30 Uhr Ideensammlung&Auswertung + Vernetzung
20.30 Uhr: Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf Deutsch – Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen“

Veranstaltungsort: Kultur- und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ), Bernkasteler Str. 78, 13088 Berlin – im OFFENEN RAUM (EG)

Weitere Infos und Voranmeldung bei: seminar@kubiz-wallenberg.de oder Tel. 030 868701519

Garten-Perspektiventreffen 2012

Jan
21
13:00

Um das Jahr 2012 zu planen und gemeinsam Strukturen für die kommende Zeit im Garten zu basteln, laden wir an dieser Stelle schonmal zu einem Perspektiventreffen ein.

Wir treffen uns am Samstag den 21.01.12 um 13:00Uhr im Offenen Raum im KuBiZ Raoul Wallenberg.

Das Treffen wird in zwei Teile gegliedert sein:

1. Teil : Auswertung und Retrospektive der Gartenaktivitäten und der Struktur des Offenen Gartens im letzten Jahr, Weiterhin unsere persönliche Motivationen in dem Offenen Garten zu mitzuarbeiten und uns eine zukünftige Struktur zu erarbeiten.

2. Teil ist für Perspektiven und Motivationen für konkrete Zusammenarbeit mit anderen Gartenprojekten und weiteren Interessierten gedacht, wichtig dabei ist, unsere Ideen zu sammeln und daraus konkrete gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln.

Achtet auf weitere Ankündigungen, wenn ihr Interesse habt, meldet euch unter: garten@kubiz-wallenberg.de

Euch einen guten Start ins neue Jahr

Garten-Perspektiven-Treffen

Dez ’11
10
13:00

Wir werden uns am Samstag ab 13:00 im Offenen Raum im KuBiZ treffen und über Perspektiven des Gartens schnacken. Bringt Snacks mit für Tee ist gesorgt. Die Gartenleutz…

Anders handeln – Gut(es) Essen

Nov ’11
27
15:00

Erweiterungstage von So. 27.11. bis Mi. 30.11.2011 – ABGESAGT

Unter anderem mit einem Besuch bei Food Watch, Supermarkterkundungen, Besuch
einer Food Coop, eines Weltladens und einer Landpartie zu einem Projekt nicht-kommerzieller Landwirtschaft. Teilnahme auch unabhängig vom Wochenendseminar möglich.

Zeitraum: Sonntag 15.00 Uhr bis Mittwoch 15.00 Uhr.
Kosten: 30,00 € (Eigenanteil für Verpflegung und Unterbringung)

Anmeldung bitte an:

solar e.V.
Bernkasteler Str. 78
13088 Berlin
Tel. 030 868701519

Email: solar(AT)kubiz-wallenberg.de

http://manipuliertenatur.blogsport.de